Mein Weg zur Astrologie war eher ungewöhnlich. Eigentlich begann ich, mich mit Astrologie zu beschäftigen, um mir selbst zu beweisen, dass diese Unfug ist. Als angehender Physikstudent konnte ich mir Anfang der 1980er Jahre einfach nicht vorstellen, dass die Astrologie seriös sein konnte.
Als erstes besorgte ich mir ein Buch aus der Stadtbibliothek, das vorgab, sich ernsthaft mit dem Wahrheitsgehalt der Astrologie zu beschäftigen. Doch aus diesem Buch schlug mir eine derartig intensive Voreingenommenheit gegen die Astrologie entgegen, dass von einer seriösen Betrachtung des Wahrheitsgehalts der Astrologie keine Rede sein konnte. Also begann ich, wie so häufig in meinem Leben, mir selbst Astrologie beizubringen. Ich besorgte mir die ersten Lehrbücher über Astrologie und arbeitete diese intensiv durch. Außerdem verfolgte ich alles, was Elizabeth Teissier, die damals mit der Astro-Show in Deutschland ihre ersten Erfolge feierte und die Horoskop-Rubrik in der "Bild + Funk" betreute, veröffentlichte. Dazu gehörten auch ihre ersten Bücher über Astrologie wie z.B. "Verbrennt die Hexe nicht" (ihre Autobiographie) und "Und die Sterne haben doch recht". Auf diese Art und Weise lernte ich, wie man Horoskope berechnet und deutet.
Zunächst erstellte ich natürlich mein eigenes Horoskop. Bereits dabei stellte ich verblüfft fest, wie erstaunlich genau ich meinen eigenen Charakter in meinem Horoskop erkennen konnte. Allerdings war ich mir nicht sicher, inwieweit der Umstand eine Rolle spielte, dass ich mich natürlich kannte und daher die Gefahr bestand, dass ich mir die passende Deutung bewusst oder unbewusst aussuchte.
Deshalb besorgte ich mir nach und nach Horoskope aus meiner Verwandtschaft und meinem Freundeskreis. Und auch da stellte ich immer unglaubliche Übereinstimmungen zwischen dem Charakter der jeweiligen Person und ihrem Horoskop fest.
Ungefähr ein Jahr, nachdem ich mit meinen Horoskopdeutungen begonnen hatte, fragte ich einen Freund, der leider vor ein paar Monaten weggezogen war, nach seinen Geburtsdaten. Er schickte mir diese und die einer mir unbekannten Person. Er meinte, dass ich ihn ja wohl kennen sollte. Die andere Person sei mir aber unbekannt. Das sei daher ein guter Test für mich.
Ich muss zugeben, dass ich Angst vor diesem Test hatte und daher zögerte. Nach einiger Zeit hakte mein Freund nach, wo denn die beiden Horoskope blieben. Also setzte ich mich hin und erstellte auch das Horoskop der mir unbekannten weiblichen Person. Dabei fand ich unglaublich viele Übereinstimmungen zwischen dem Horoskop meines Freundes und der unbekannten Frau. Obwohl ich ziemliche Angst hatte, mich zu irren, teilte ich ihm zusätzlich zur Deutung der beiden Horoskope auch noch mit, dass die Übereinstimmungen zwischen beiden sehr groß seien, sodass ich vermute, dass es sich um seine Freundin handeln könnte.
Nach ein paar Tagen, die mir wie eine Ewigkeit erschienen, kam die Antwort meines Freundes. Er teilte mir mit, dass er unglaublich verblüfft war. Ich hatte nicht nur seinen Charakter perfekt aus dem Horoskop herausgelesen, sondern auch den, wie er zugab, seiner Freundin. Nur zwei Kleinigkeiten hätten nicht gepasst, meinte er. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn er wollte einfach nicht an die Astrologie glauben, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Andererseits deuteten meine Deutungen der Horoskope darauf hin, dass doch etwas an der Astrologie dran sein könnte.
Dies war für mich der erste objektive Beweis, dass die Astrologie "funktioniert", wenn sie richtig angewandt wird. Und es sollten noch viele weitere Beweise für mich folgen.